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GPS-Strecken mit dem Pferd aufzeichnen – so funktioniert es und was du dabei beachten solltest

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6 min read

Der Ausritt war schön. Du weißt dass du etwa zwei Stunden unterwegs warst und irgendwo durch den Wald bist – aber wie weit war es eigentlich? Und diesen einen traumhaften Weg, den du zufällig entdeckt hast: Würdest du ihn wiederfinden?

GPS-Tracking beim Reiten ist keine neue Idee – aber die Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Heute kannst du mit dem Smartphone das du ohnehin dabei hast, deine Ausritte aufzeichnen, Statistiken auswerten und Strecken mit anderen Reiterinnen teilen.

In diesem Artikel erfährst du wie GPS-Tracking beim Reiten funktioniert, was du dabei beachten solltest – und wie du das meiste aus deinen aufgezeichneten Strecken herausholst.


Was GPS-Tracking beim Reiten bringt

Distanz und Zeit auf einen Blick

Die einfachste und sofort nützliche Information: wie weit war der Ausritt? Viele Reiterinnen schätzen die Distanz beim Gefühl – GPS gibt dir genaue Zahlen. 4,7 km in 42 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,7 km/h.

Diese Zahlen sind nicht nur interessant – sie helfen bei der Trainingsplanung. Wenn du weißt dass du normalerweise 5–6 km pro Ausritt machst und plötzlich nur noch 3 km schaffst, ist das ein Hinweis dass etwas nicht stimmt.

Strecken wiederfinden und teilen

Den schönen Waldweg den du im September gefunden hast – im März weißt du vielleicht nicht mehr genau wo er war. Mit einer aufgezeichneten Route findest du ihn sofort wieder.

Noch besser: Wenn du die Strecke mit anderen Reiterinnen teilst, profitieren alle. Eine Community-Karte mit öffentlich freigegebenen Reitstrecken in der Region ist für viele wertvoller als jede gedruckte Karte.

Trainingsstatistiken über Zeit

Einzel-Ausritte sind interessant. Aber die Entwicklung über Wochen und Monate ist noch aufschlussreicher:

  • Wie hat sich die zurückgelegte Distanz pro Monat entwickelt?

  • In welchen Monaten war ich besonders aktiv?

  • Hat sich die Durchschnittsgeschwindigkeit verändert?

Diese Daten helfen dir, das Training deines Pferdes langfristig zu planen und Fortschritte zu erkennen.

Höhenprofil für anspruchsvolles Gelände

Wenn du im Gelände reitest, ist das Höhenprofil einer Strecke wertvolle Information. Wie viele Höhenmeter bergauf und bergab? Das beeinflusst die Belastung des Pferdes erheblich – ein flacher 5-km-Ausritt ist körperlich etwas anderes als 5 km mit 200 Höhenmetern.


Gangarten erkennen – wie das funktioniert

Moderne GPS-Apps können nicht nur die Route aufzeichnen – sie können auch analysieren in welchem Gang du unterwegs warst.

Die Grundlage ist einfach: Geschwindigkeit korreliert mit der Gangart.

  • Unter 1 km/h: Halt

  • 1–8 km/h: Schritt

  • 8–18 km/h: Trab

  • Über 18 km/h: Galopp

Kombiniert mit dem Beschleunigungssensor des Smartphones (der die Bewegungsintensität misst) kann die App relativ genau einschätzen welche Gangart du gerade reitest.

Was du dir dabei vorstellen kannst:

Nach einem Ausritt siehst du nicht nur „4,7 km in 42 Minuten", sondern auch:

  • 🚶 Schritt: 26 Minuten (62%)

  • 🐎 Trab: 12 Minuten (29%)

  • 🏇 Galopp: 4 Minuten (9%)

Das ist nützlich für die Trainingsplanung: Hat das Pferd genug Schritt-Phasen bekommen? War der Trab-Anteil angemessen?

Ehrlichkeit zur Genauigkeit: Gangarten-Erkennung per Smartphone ist eine Schätzung, keine exakte Messung. Professionelle Systeme mit Sensoren direkt am Pferd sind präziser. Aber für den normalen Trainingsalltag liefert die Smartphone-Erkennung nützliche Orientierung.


Was du beim GPS-Tracking beachten solltest

Akku-Verbrauch

GPS-Tracking ist akku-intensiv. Plane das ein:

  • Lade das Smartphone vor dem Ausritt vollständig auf

  • Schalte während der Aufzeichnung den Bildschirm aus (das spart am meisten Akku)

  • Für längere Ausritte (3+ Stunden) empfiehlt sich eine kleine Powerbank

Sicherheit in der Tasche

Das Smartphone sollte während des Reitens sicher verstaut sein:

  • Brusttasche (spezielle Reittaschen für das Smartphone)

  • Satteltasche

  • Hüfttasche

Lose in der Jackentasche ist keine gute Idee – beim Fallen könnte das Smartphone Schaden nehmen oder herausfallen.

Datenschutz bei öffentlichen Strecken

Wenn du Strecken öffentlich teilst, überlege wem du damit Informationen gibst. Der Start- und Endpunkt einer Strecke kann oft auf den Stallstandort hinweisen.

Gute Apps machen Start- und Endpunkt automatisch unscharf (ca. 200 Meter Versatz) wenn eine Strecke öffentlich geteilt wird. Achte darauf dass die App die du verwendest diese Funktion hat.

Nicht jede Aktivität braucht GPS

GPS ist für Ausritte und ausgedehnte Longierstunden sinnvoll. Für kurze Platzarbeit oder Stallarbeit ist der Nutzen begrenzt. Du musst nicht jede Minute aufzeichnen.


Community-Karten: Reitstrecken gemeinsam entdecken

Der vielleicht unterschätzteste Vorteil von GPS-Tracking ist die Community-Komponente.

Wenn Reiterinnen in einer Region ihre Ausritte freigeben (anonym, ohne persönliche Daten), entsteht automatisch eine Karte mit empfehlenswerten Reitstrecken. Wer in eine neue Region zieht oder Urlaub mit Pferd plant, profitiert sofort von den Erfahrungen anderer.

Das funktioniert natürlich nur wenn genug Menschen mitmachen. Deshalb gilt: Teile deine Strecken wenn du möchtest – und profitiere von den Strecken anderer.


GPS und Tagebuch kombinieren

GPS-Daten allein sind interessant. Kombiniert mit einem Tagebucheintrag sind sie deutlich wertvoller.

Stell dir vor: Du öffnest den Eintrag von einem Ausritt vor drei Monaten. Du siehst nicht nur die Strecke auf der Karte, sondern auch:

  • Wie das Pferd drauf war (Stimmungsbarometer)

  • Was besonders aufgefallen ist (lahmt leicht links nach dem langen Trab)

  • Was das Wetter war

Diese Kombination aus räumlichen und qualitativen Daten gibt dir ein viel vollständigeres Bild der Entwicklung deines Pferdes als GPS alleine.


Welche Apps eignen sich?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten GPS-Tracking beim Reiten zu nutzen:

Allgemeine Fitness-Apps (Strava, Komoot):
Gut für Streckendokumentation, aber nicht auf Pferde spezialisiert. Keine Integration mit Gesundheitsakte oder Reitbeteiligung-Koordination.

Equilab:
Spezialisierte Reit-App mit GPS-Tracking und Gangarten-Erkennung. Kostenpflichtig für die meisten Features.

Hoofprints:
GPS-Streckenaufzeichnung integriert in eine vollständige Pferde-App mit Tagebuch, Gesundheitsakte und Reitbeteiligung-Koordination. Strecken können mit der Community geteilt werden (mit automatischem Datenschutz für Start/Endpunkt).

Der Vorteil einer integrierten Lösung: Du wechselst nicht zwischen verschiedenen Apps hin und her. Alles – GPS-Track, Tagebucheintrag, Gesundheitsdaten – ist an einem Ort.


Erste Schritte: So startest du mit GPS-Tracking

  1. App installieren und GPS-Berechtigung erteilen

  2. Vor dem Ausritt: GPS-Aufzeichnung starten, Smartphone sicher verstauen

  3. Nach dem Ausritt: Aufzeichnung stoppen, Titel vergeben, Sichtbarkeit wählen (privat oder öffentlich)

  4. Optional: Tagebucheintrag mit der aufgezeichneten Strecke verknüpfen

Das war's. Nach einigen Wochen hast du eine interessante Sammlung deiner Ausritte – und kannst zum ersten Mal in Zahlen sehen wie aktiv du wirklich warst.


Fazit

GPS-Tracking beim Reiten ist längst kein Technik-Gimmick mehr. Es liefert echte, nützliche Informationen: Distanz, Dauer, Gangarten, Höhenprofil – und die Möglichkeit, schöne Strecken zu dokumentieren und mit anderen zu teilen.

Der Aufwand ist minimal: App öffnen, Start drücken, losreiten. Den Rest erledigt das Smartphone in der Tasche.

Wenn du neugierig bist: Hoofprints bietet GPS-Streckenaufzeichnung als Teil einer vollständigen Pferde-App – kostenlos, DSGVO-konform und mit Community-Karte für deine Region.


Nutzt du bereits GPS-Tracking beim Reiten? Was hat dich überrascht? Wir freuen uns über deine Erfahrungen.