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Gesundheitsakte Pferd digital führen – was gehört rein und warum es sich lohnt

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6 min read

Der Tierarzt ruft an und fragt nach dem letzten Impfdatum. Du weißt dass es irgendwo im Stall ein Heft gibt – aber wo genau? Und war es die letzte Impfung gegen Tetanus oder gegen Influenza?

Oder die Situation beim Hufschmied: Er fragt ob das Pferd seit dem letzten Beschlag auffällig gehinkt hat. Du erinnerst dich an irgendwas im März, aber die genauen Details? Weg.

Eine vollständige, leicht zugängliche Gesundheitsakte für dein Pferd ist kein Luxus – sie ist eine der wichtigsten Grundlagen guter Pferdehaltung. In diesem Artikel erfährst du was rein gehört, in welcher Form und warum digital besser funktioniert als Papier.


Was ist eine Pferde-Gesundheitsakte?

Eine Gesundheitsakte ist die vollständige Dokumentation aller gesundheitsrelevanten Ereignisse im Leben deines Pferdes. Sie ist der Unterschied zwischen „ich glaube die letzte Wurmkur war im Herbst" und „die letzte Wurmkur war am 14. Oktober, Wirkstoff Fenbendazol, nächste Behandlung fällig im April."

Gut geführte Gesundheitsakten helfen dir:

  • Muster zu erkennen (wiederkehrende Symptome, saisonale Probleme)

  • Termine nicht zu vergessen (Impfungen, Nachsorge, Kontrolluntersuchungen)

  • Im Notfall schnell die richtigen Informationen parat zu haben

  • Mit wechselnden Tierärzten oder Reitbeteiligungs zu kommunizieren


Was gehört in eine vollständige Gesundheitsakte?

Impfungen

Das Fundament jeder Gesundheitsakte. Für jede Impfung solltest du festhalten:

  • Datum der Impfung

  • Impfstoff und Wirkstoff (falls bekannt)

  • Durchgeführt von (Name des Tierarztes / der Praxis)

  • Datum der nächsten fälligen Impfung

Typische Impfintervalle:

  • Equine Influenza: alle 6 Monate (Turnierpferde), alle 12 Monate (Freizeitpferde)

  • Tetanus: alle 2 Jahre nach abgeschlossener Grundimmunisierung

  • Herpes (EHV): alle 6 Monate empfohlen

  • Tollwut: je nach Bundesland und Risiko, meist alle 1–3 Jahre


Entwurmungen

Entwurmung ist kein Schema F mehr – aktuelle Empfehlungen basieren auf Kotproben-Analysen. Trotzdem sollte dokumentiert sein:

  • Datum der Behandlung

  • Präparat und Wirkstoff (Ivermectin, Fenbendazol, Moxidectin, Praziquantel)

  • Dosierung nach Körpergewicht

  • Ergebnis der Kotprobe falls vorhanden

  • Empfohlener nächster Termin

Warum das wichtig ist: Resistenzbildung ist ein ernstes Problem. Wer immer denselben Wirkstoff gibt, riskiert dass er irgendwann nicht mehr wirkt. Eine Dokumentation der Wirkstoff-Rotation ist die Grundlage für eine sinnvolle Entwurmungs-Strategie.


Hufschmied-Besuche

Jeder Beschlag- oder Hufpflege-Termin gehört dokumentiert:

  • Datum

  • Art der Behandlung (Beschlag, Ausschneiden, Korrekturmaßnahmen)

  • Besonderheiten (Strahlfäule, Hohlwand, Anpassungen)

  • Empfehlung des Hufschmieds

  • Nächster Termin

Warum das oft unterschätzt wird: Hufe verändern sich langsam. Wer mehrere Behandlungen im Rückblick vergleicht, erkennt ob eine Korrekturmaßnahme angeschlagen hat – oder ob das Problem sich verändert.


Tierarzt-Besuche

Für jeden Tierarztbesuch sollte dokumentiert sein:

  • Datum und Grund des Besuchs

  • Diagnose

  • Durchgeführte Behandlungen

  • Verschriebene Medikamente mit Dosierung und Dauer

  • Empfohlene Folgeuntersuchungen

  • Wartezeiten bei Medikamenten (wichtig für Turnierpferde)


Zahnbehandlung

Zahnsanierungen werden oft vergessen – obwohl sie entscheidend für das Wohlbefinden und die Rittigkeit des Pferdes sind:

  • Datum der letzten Zahnbehandlung

  • Befund (Haken, Rampenzähne, fehlende Zähne)

  • Durchgeführte Maßnahmen

  • Empfohlenes Intervall für die nächste Behandlung (meist 12 Monate)

Wichtiger Hinweis: Nach einer Zahnbehandlung sollte das Pferd mindestens zwei Wochen nicht intensiv longiert oder geritten werden. Wer das dokumentiert, vergisst es nicht.


Osteopathie und Physiotherapie

Körperarbeit-Behandlungen sind kein Luxus mehr – viele Pferdebesitzerinnen lassen ihr Pferd regelmäßig behandeln:

  • Datum und Behandler

  • Befund (Blockaden, Verspannungen, auffällige Stellen)

  • Empfohlene Pause nach der Behandlung

  • Nächster empfohlener Termin


Symptome und Auffälligkeiten

Das ist der unterschätzte Teil einer Gesundheitsakte. Nicht jede Auffälligkeit ist ein Tierarztfall – aber dokumentiert sein sollte sie trotzdem:

  • Datum und Uhrzeit

  • Was genau aufgefallen ist (lahmt links, frisst weniger, ist unruhig)

  • Mögliche Ursachen

  • Ob und wie sich das entwickelt hat

Warum das wichtig ist: Wenn drei Wochen später doch der Tierarzt kommt, kann er nicht nur die aktuelle Situation beurteilen, sondern auch die Entwicklung einordnen.


Warum Papier nicht mehr ausreicht

Das Papier-Impfheft und die handgeschriebene Gesundheitsakte im Stallordner haben einen entscheidenden Nachteil: Sie sind nur am Stall zugänglich.

Was wenn der Tierarzt anruft während du im Büro bist? Was wenn die Reitbeteiligung ein Medikament geben soll und nicht weiß wie? Was wenn das Pferd auf einem fremden Turnier plötzlich tierärztliche Behandlung braucht?

Digitale Gesundheitsakten haben gegenüber Papier klare Vorteile:

Immer dabei: Alle Informationen auf dem Smartphone, egal wo du gerade bist.

Erinnerungen: Automatische Push-Benachrichtigungen wenn eine Impfung oder Nachsorge fällig ist.

Teilbar: Reitbeteiligung, Trainer und Tierarzt können auf die Informationen zugreifen die sie brauchen – ohne dass du immer erreichbar sein musst.

Durchsuchbar: Wann war die letzte Influenza-Impfung? Drei Sekunden statt zehn Minuten Blättern.

Unverlierbar: Kein Papier-Heft das im Stall liegenbleibt, nass wird oder verloren geht.


Für Reitbeteiligungs besonders relevant

Eine Gesundheitsakte ist nicht nur für die Besitzerin wichtig – sie ist eine der wichtigsten Informationsquellen für die Reitbeteiligung.

Was eine Reitbeteiligung über die Gesundheit des Pferdes wissen sollte:

  • Aktuelle Medikamente (was, wann, wie viel)

  • Bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten

  • Aktuelle Einschränkungen (nicht longieren, kein starkes Training)

  • Notfallkontakte (Tierarzt, Besitzerin, Notfalltierarzt)

  • Versicherungsnummer für den Notfall

Das ist besonders wichtig wenn die Besitzerin nicht erreichbar ist. Eine vollständige Gesundheitsakte ist in diesem Fall buchstäblich für das Wohlbefinden des Pferdes entscheidend.


Die häufigsten Fehler bei der Gesundheitsdokumentation

Fehler 1: Nur aufschreiben wenn etwas Schlimmes passiert
Eine Gesundheitsakte ist kein Krankenbuch. Auch routinemäßige Behandlungen wie der normale Hufschmied-Termin gehören rein.

Fehler 2: Keine Erinnerungen setzen
Ein Datum ohne Erinnerung ist ein vergessenes Datum. Immer direkt beim Eintragen den nächsten Termin eintragen und eine Erinnerung setzen.

Fehler 3: Zu ungenau
„Impfung im Herbst" hilft nicht weiter. Datum, Wirkstoff, Tierarzt – immer vollständig.

Fehler 4: Informationen nicht teilen
Eine Gesundheitsakte die nur die Besitzerin sieht ist halb so wertvoll wie eine die auch für Reitbeteiligung zugänglich ist.


Fazit

Eine vollständige digitale Gesundheitsakte ist einer der wichtigsten Bausteine verantwortungsvoller Pferdehaltung. Sie spart Zeit, verhindert vergessene Termine und sorgt dafür dass alle Beteiligten immer die richtigen Informationen haben.

Du brauchst dafür kein kompliziertes System. Fange mit den Basics an: Impfungen, Entwurmungen, Hufschmied. Alles andere kommt mit der Zeit.

Wenn du nach einem einfachen digitalen System suchst: Hoofprints bietet eine vollständige Gesundheitsakte für Pferde – mit automatischen Erinnerungen, teilbar mit Reitbeteiligung und Tierarzt, immer auf dem Smartphone dabei.


Welche Einträge in deiner Gesundheitsakte haben dir schon einmal wirklich geholfen? Schreib es uns gerne.